Scheid – Für die Segler des Regionalverbandes Eder-Diemel gab es doppelten Grund zum Feiern. Neben der Ehrung der Besten des Jahres stand ein besonderes Jubiläum an: 25 Jahre Ederseemeisterschaft.

Karl-Heinz Koch vom Segelclub Edersee (SCE) ist Ederseemeister 2019. Der Segler aus Kassel errang mit Vorschoter Herbert Hofmann auf einem Kielzugvogel nach 2002, 2003, 2010 und 2016 in der zurückliegenden Saison seinen sechsten Titel und ist alleiniger Rekordhalter am Edersee.

Zum Saisonabschluss am Wochenende im Vereinsheim des SCE auf Scheid nahm das Duo Koch/Hofmann den riesigen Siegerpokal aus den Händen von Winfried Geisler, Vorsitzender des ausrichtenden Regionalverbandes Eder-Diemel, und dessen sportlichen Leiter Carsten Beister entgegen.

Auf den weiteren Plätzen: 2. Björn Geisler (ESV), 3. Achim Brack (SCE), 4. Andreas Happich (SGE), 5. Colin Kammer (SCE).

Neben der Ehrung der Besten des Jahres stand ein besonderes Jubiläum an: 25 Jahre Ederseemeisterschaft. Oliver Syring (Bad Wildungen) vom Segelclub Edersee rief diesen Wettbewerb vor einem Viertel Jahrhundert ins Leben, als er gemeinsam mit Hugo Kalbe und Eilert Busch über neue Impulse für die Vereinsarbeit und den Segelsport an der Talsperre nachdachte.

Mehr Zusammenhalt als vor der Meisterschaft

Er entwickelte ein Regattakonzept mit dem Ziel, den sportlichen Wettstreit unter den Segelvereinen zu fördern. „Bis dahin führten die Vereine mehr oder weniger ein Eigenleben“, sagte Syring. Er wollte „Brücken schlagen“. Und das mit Erfolg. Syring: „So einen Zusammenhalt wie heute, hat’s zuvor nicht gegeben.“

1994 wurde die erste Ederseemeisterschaft unter Regie der schon Ende der 1970er Jahre von Kalli Draude, Klaus Sladeck und Peter Groß gegründeten Wettsegelgemeinschaft Edersee – Nachfolger ist der heutige Regionalverband – ausgetragen.

Erster Ederseemeister: der inzwischen verstorbene Uli Seidlitz, der den Titel viermal gewann und erst vor drei Jahren von Karl-Heinz Koch als Rekordmeister abgelöst wurde.

„Ein tolles Jubiläum“ meinte SCE-Vorsitzender Andreas Rohrbach zum Auftakt der Feier. Auch im kommendes Jahr steht nach seinen Worten einiges an: 100 Jahre Halbinsel Scheid, 70 Jahre SCE.

Und immer wieder das Thema Wasserstand

Der stellvertretende Sportkreisvorsitzende Gerhard Gottmann würdigte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer in den Vereinen, die das Jubiläum möglich gemacht hätten. Sein Wunsch angesichts der Diskussion um den Wasserstand: „Stets ein See voller weißer Segel“.

Intensiv hat sich der Vorsitzende des Regionalverbandes mit der Situation am Edersee auseinandergesetzt. Geisler verwies auf das im Juni aktiv geschaltete Konzept der neuen Triggerlinie, das ein hohes Einsparpotential bewirken könne. „Leider wird dieses in trockenen Sommern nicht wirksam. Unsere Erwartungen und auch die der Oberweser werden nicht erfüllt.“

In diesem und im letzten Jahr endete die Stützung der Oberweser bereits am 24. August beziehungsweise 1. September. „Von einer Saisonverlängerung kann wahrlich nicht die Rede sein“, so Geisler. Das Wassermanagement muss nach seinen Worten bei den von Klimaexperten prognostizierten Veränderungen angepasst werden. Er forderte eine gleichwertige Behandlung und Unterstützung des Tourismus an Oberweser und Edersee.

„Sie können stolz auf dieses Jubiläum sein. Hier ziehen fünf aktive Vereine an einem Strang“, erklärte Landtagsabgeordneter Armin Schwarz (CDU), der ebenso wie Werner Waid, Erster Beigeordneter der Gemeinde Edertal, weiter auf einen Austausch aller Beteiligten setzt.